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Rossauer Alpen


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Abgründig tief und unheimlich wie eine Schrunde am Rande eines Gletschers faszinierte mich die tiefe Spalte in der Vorderseite des Stamms eines gealterten Birnbaums. Vorsichtig fräste mir Stefan Grins beim jährlichen Holzworkshop in der Stiftung zur Weid die rohe Form des Werkstück.

Im Schaffen mit Hobel, Beitel, Feile und Stahlbürste taten sich neue Krater auf, falteten sich Berge aus steilen Flächen. Tiefe Schluchten und Tobel entstanden, hätte hier auch ein Ötzi entdeckt werden können, schoss es mir durch den Kopf.

Ein kleines Gebirge entfaltete sich in und durch meine Hände. Ehrfürchtig stellte ich mich in den Dienst der Schöpfungskraft, die da wirkte. Es war ein grosses Glück, dieses Objekt schaffen zu dürfen.

Etwa 50 x 50 cm gross sind die holzigen Felswände und Abgründe mit ihren grossen und kleinen Höhlen. Diese waren bewohnt mit kleinem Leben, sind erforscht und doch Terra inkognito.  Eine permanente Einladung, erneut hineinzusehen, zu schauen, ob und was sich darin angesammelt hat.

Das Holz des Birnbaums gibt dem Stück eine schöne Wärme und  visuell Tiefe. Es ist leicht angewittert. Die «Rossauer Alpen» finden ihre Destination deshalb am besten  in einem Innenraum, einem Wintergarten, einem Treibhaus oder in einem wettergeschützten Aussenraum.

Der Titel «Rossauer Alpen» ist einerseits Hinweis darauf, wo der Birnbaum einst seine Wurzeln hatte, nämlich im friedlichen Rossau im Zürcher Säuliamt. Andererseits leiten  «die Alpen» den Betrachter auf eine der möglichen Blickrichtungen auf das Objekt.

 

Kategorien: Uncategorized
Veröffentlicht von Cornelia Aschmann am Juni 3, 2016
  1. 06/4/2016

    Wunderschön und kraftvoll !!!

    Antwort

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