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Seifenblasen auf Reisen

Cornelia Aschmann
Cornelia Aschmann

Das Runde wirkt immer ganz, das fasziniert mich als Künstlerin und als Mensch. Wie finde ich es; welche Bedingungen benötigt es; ordnet es sich unter oder dominiert es; findet es einfach seinen Platz oder sprengt es Grenzen; geht es auf in seiner Umgebung oder stört es? In der Seifenblase fand ich das perfekte Runde.

In den neueren Arbeiten stelle ich die einzelnen Blasen in ein optisches Quadrat, damit sie sich noch besser in den Raum abheben können. Zudem fokussiere ich in der Nachbearbeitung vermehrt auf das Schaffen von Bildern, was besonders bei den im Atelier Hermann Haller entstandenen Fotografien nachvollziehbar ist.
Mit der Konzentration auf die Spiegelungen in den Seifenblasen, komme ich meiner ursprünglichen Absicht wieder sehr nahe: Die Seifenblase spiegelt das Abbild 1:1, stellt es auf den Kopf und schafft durch die doppelte Darstellung ein ganz neues Sujet, respektive die Seifenblase spiegelt eine neue, ganze?, Realität.

In dem die Seifenblase unseren Blick anzieht, haben wir Musse, die objektive und gespiegelte Realität zu betrachten. Das fordert unsere Wahrnehmung heraus. Eine Seifenblase ist Ausdruck und Reflexion, unteilbar und Teil eines Grösseren, körperhaft und sphärisch, an sich unbewegt doch immer unterwegs, zeitlos und sehr vergänglich – damit ist sie ein Synonym für den Menschen.

Das Bild einer Seifenblase gibt dem Unbeständigen, Fragilen Bestand. Das Betrachten eines Seifenblasensujets ist ein Blick auf das Leben; es regt zum Verharren und Nachdenken an und lädt ein, das Gegenwärtige zu geniessen. Der spannende Moment des Platzens der Seifenblase offenbart nochmals die ganze Lust an den zarten, charmanten Schönheiten – es ist ein öffnender Augenblick.

Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Betrachten der Reisen! Auf Ihre Rückmeldung dazu freue ich mich.

Ihre Cornelia Aschmann

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